VOM BAUM BIS ZUM LADEN

Holz ist ein natürlicher Werkstoff, der auch nach dem Fällen, Trocknen und Verarbeiten weiterhin auf seine Umgebung reagiert. Die Art und Weise, wie ein Baum wächst, bestimmt die Farbe, die Holzstruktur und die Maserungsbilder, die sowohl in Massivholz als auch in Holzfurnier sichtbar sind.

Durch das Schneiden eines Baumstamms in dünne Furnierblätter können selbst die schönsten und exklusivsten Hölzer besonders effizient genutzt werden. So entstehen einzigartige Holzzeichnungen, die häufig im Möbelbau, Innenausbau, bei Restaurierungsprojekten und in architektonischen Anwendungen eingesetzt werden.

WIE HOLZ WÄCHST

Im Zentrum eines Baumstamms befindet sich das Kernholz. Dieser meist dunklere Bereich wird häufig für den Möbelbau und andere Holzarbeiten verwendet.

An der Außenseite des Stamms befindet sich das Splintholz. Es ist heller gefärbt und weicher als das Kernholz. Bei Massivholz wird Splintholz häufig aussortiert, während es bei Holzfurnier gezielt als gestalterisches Element eingesetzt werden kann. Beim Santos-Palisander ist beispielsweise oft ein deutlich sichtbarer Splintstreifen vorhanden.

Ein Baum wächst jedes Jahr durch die Bildung neuer Jahresringe. Diese Jahresringe geben nicht nur Auskunft über das Alter des Baumes, sondern beeinflussen auch die spätere Zeichnung und Optik des Holzfurniers.

Im Frühjahr wächst der Baum besonders schnell und bildet helleres, weicheres Holz. Im Sommer und Herbst verlangsamt sich das Wachstum, wodurch dichteres und dunkleres Holz entsteht. Beim Aufschneiden eines Baumstamms werden diese Wachstumsphasen als Jahresringe sichtbar.

In einer Holzplatte oder einem Furnierblatt erzeugen diese Jahresringe die charakteristischen Holzzeichnungen. Je nach Schnitttechnik entstehen entweder eine Fladerzeichnung (Dosse-Schnitt) oder eine Streifenzeichnung (Quartier- oder Rift-Schnitt). Durch die gewählte Schnittart bestimmt die Furnierfabrik maßgeblich das spätere Erscheinungsbild des Furniers.

HOLZMUSTER

Einige Holzarten entwickeln während ihres Wachstums außergewöhnliche Figuren und Maserungsbilder. Diese natürlichen Besonderheiten machen Holzfurnier besonders beliebt bei Möbelbauern, Innenausbauern und Restauratoren. Bekannte Beispiele sind Maserfurnier, Vogelaugenahorn (Bird’s Eye Maple), Pommelé, Riegelahorn sowie Quilted Maple.

Besondere Holzzeichnungen entstehen aus unterschiedlichen Gründen, beispielsweise durch die Struktur der Holzfasern selbst, genetische Mutationen, Krankheiten, Wachstumsstress oder schlicht durch Zufall. Die Natur folgt schließlich ihren eigenen Regeln.

Manchmal entstehen auffällige Muster dort, wo zwei Äste zusammenwachsen. Dadurch können blumen- oder pyramidenförmige Zeichnungen entstehen, wie sie beispielsweise bei Blumenmahagoni vorkommen.

Maserknollen entstehen häufig durch Verletzungen des Baumes oder durch Insektenbefall. Werden diese aufgeschnitten, zeigen sich komplexe und unregelmäßige Muster, die in alle Richtungen verlaufen. Siehe hierzu auch unser Maserfurnier.

Andere Prozesse, wie genetische Mutationen, können zu geflammten, gedrehten, blasenartigen, quiltartigen, gefleckten oder vogelaugenartigen Maserungen führen.

Viele dieser besonderen Zeichnungen kommen nur bei bestimmten Holzarten vor.

Eine weitere Art von Maserungsbild entsteht, wenn ein Baum an einem Hang wächst oder teilweise umkippt und dennoch weiterwächst. Dadurch entstehen Druck- und Zugspannungen innerhalb der Holzfasern, die später sichtbar werden.

Viele außergewöhnliche Figuren im Holzfurnier, wie Pommelé oder Riegelfurnier (auch als gewässertes Furnier bekannt), entstehen durch Lichtreflexionen. Dieses Phänomen wird als Chatoyance-Effekt oder Katzenaugeneffekt bezeichnet.

Hölzer mit außergewöhnlichen Maserungen sind selten und wertvoll. Besonders bei Wurzelfurnieren wachsen die Holzfasern häufig gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen. Wird das Holz nicht fachgerecht behandelt, kann es während des Trocknens oder durch die natürlichen Feuchtigkeitsschwankungen der Jahreszeiten reißen.

Eine bewährte Methode, solche wertvollen Hölzer zu erhalten, besteht darin, sie zunächst in dünne Furnierblätter zu schneiden. Holzfurnier ist von Natur aus formstabiler als stärkeres Massivholz. Werden dünne Furnierlagen auf einen stabilen Träger oder eine Trägerplatte verleimt, werden Bewegungen quer zur Faser nahezu vollständig verhindert, wodurch deutlich mehr Gestaltungsfreiheit entsteht.

DAS SCHNEIDEN VON FURNIER

Die Art und Weise, wie ein Baumstamm geschnitten wird, hat einen entscheidenden Einfluss auf das spätere Erscheinungsbild des Holzfurniers. Je nach gewählter Schnitttechnik entstehen unterschiedliche Maserungsbilder, Holzzeichnungen und optische Effekte. Zu den wichtigsten Schnittarten zählen Dossefurnier, Quartierfurnier, Riftfurnier und Schälfurnier.

Für die Herstellung von Furnier werden zunächst die besten und hochwertigsten Stämme ausgewählt.

In der Furnierfabrik werden die Stämme entrindet und anschließend durch Dämpfen oder Wässern auf die weitere Verarbeitung vorbereitet. Dadurch werden die Holzfasern geschmeidiger und der Stamm kann präzise in dünne Furnierblätter geschnitten werden.

Die Art, wie das Furnier aus dem Stamm gewonnen wird, bestimmt maßgeblich die später sichtbaren Maserungen und Holzfiguren. Dabei schneidet ein großes Messer entlang des feuchten und vergleichsweise weichen Stammes, der in einer speziellen Furnierschneidemaschine eingespannt ist.

Zu den wichtigsten Verfahren gehören:

  • Schälfurnier entsteht, indem sich der Baumstamm kontinuierlich um seine eigene Achse dreht, während eine Klinge fortlaufend eine dünne Holzschicht abschält. Diese Methode liefert besonders breite Furnierblätter und wird häufig für Multiplexplatten, Holzwerkstoffe und industrielle Anwendungen eingesetzt.
  • Riftfurnier wird in einem bestimmten Winkel zu den Jahresringen geschnitten. Dadurch entsteht eine sehr gleichmäßige und lineare Holzzeichnung. Besonders Eichenfurnier wird häufig auf diese Weise hergestellt, da die Schnittart eine ruhige und elegante Optik erzeugt.
  • Dossefurnier ist die am häufigsten verwendete Form von Holzfurnier. Durch die Schnittführung entsteht die charakteristische Fladerzeichnung, welche die natürliche Wuchsstruktur des Baumes besonders deutlich hervorhebt. Dossefurnier wird häufig für Möbel, Wandverkleidungen und Innenausbauprojekte mit warmer und natürlicher Ausstrahlung verwendet.
  • Quartierfurnier weist ein ruhigeres und geradlinigeres Maserungsbild auf als Dossefurnier. Diese Schnittart betont die natürliche Holzstruktur und wird häufig für moderne Innenräume, maßgefertigte Möbel und architektonische Anwendungen eingesetzt.

Die nacheinander geschnittenen Furnierblätter werden anschließend zu sogenannten Furnierbündel zusammengefasst, die in der Regel aus 24 oder 32 aufeinanderfolgenden Blättern bestehen. Mit zunehmender Schnitttiefe verändert sich die Holzzeichnung allmählich, sodass das erste und das letzte Blatt eines Furnierbuchs leicht unterschiedliche Maserungsbilder aufweisen.

Anschließend werden die Furnierbücher an den Längsseiten besäumt, um Furnierblätter mit einheitlichen Abmessungen und geraden Kanten zu erhalten. Je nach gewünschter Optik und Holzart wird dabei das Splintholz entfernt oder bewusst erhalten. Nach dem Besäumen werden die Furnierblätter getrocknet und bis zum Verkauf in klimatisierten Lagerräumen aufbewahrt.

WARUM JEDES FURNIERBLATT EINZIGARTIG IST

Kein Baum gleicht dem anderen und deshalb ist auch kein Blatt Holzfurnier exakt wie das nächste. Unterschiede in Farbe, Maserung, Jahresringen und Holzzeichnung machen jedes Furnierblatt zu einem Unikat.

Gerade diese natürliche Vielfalt verleiht echtem Holz seinen besonderen Charakter und macht Furnier so beliebt im hochwertigen Möbelbau, in luxuriösen Innenräumen und bei maßgefertigten Projekten.

WIE LAGERT MAN HOLZFURNIER RICHTIG?

Die richtige Lagerung von Holzfurnier ist wichtig, um Verformungen, Risse und Austrocknung zu vermeiden. Bei sachgemäßer Lagerung bleibt das Furnier eben, flexibel und leicht zu verarbeiten.

Wir versenden unser Furnier in der Regel aufgerollt. Kleinere Furnierblätter sowie Maser Furnier werden flach verpackt und versendet.

Wir empfehlen, das Furnier zu Hause oder in der Werkstatt flach zu lagern. Wird Furnier in einer Umgebung mit kontrollierter Luftfeuchtigkeit gelagert, beispielsweise in beheizten oder klimatisierten Räumen, trocknet es mit der Zeit aus. Ein ausgetrockneter Furnierbogen, der weiterhin aufgerollt bleibt, behält in der Regel seine gerollte Form.

Da das Furnier mit einer leichten Restfeuchte geliefert wird, lässt es sich problemlos ausrollen, ohne zu reißen oder zu brechen.

Lagern Sie unbehandeltes Holzfurnier nicht in direktem Sonnenlicht, um Verfärbungen zu vermeiden. Eine Holzplatte oder ein zusätzliches Furnierblatt als Abdeckung bietet in der Regel ausreichend Schutz.

Wenn Sie das Furnier über einen längeren Zeitraum lagern möchten, empfehlen wir, die Stirnseiten direkt nach Erhalt der Lieferung mit Furnierklebeband oder Malerkrepp über die gesamte Breite abzukleben, bevor das Holz austrocknen kann. Dadurch werden Risse verhindert, die sich ansonsten leicht über die gesamte Länge eines Furnierblatts ausbreiten können.

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